Außeneinsatz verläuft gut

Hier gibt's Nachrichten, die zu kurz sind, um dafür einen kompletten Artikel im Journal zu schreiben.

Außeneinsatz verläuft gut

Beitragvon ssjredax » Sa 11. Mai 2013, 16:50

Der Außeneinsatz der Expedition 35 Besatzungsmitglieder Tom Marshburn und Chris Cassidy verläuft nach rund der Hälfte der angesetzten Zeit gut. Die beiden NASA-Astronauten haben das alte Pumpenmodul am Photovoltaikmodul P6 der ISS, das in dem Verdacht steht, eine Leckage aufzuweisen, durch die Ammoniak verloren geht, ausgebaut und sind jetzt dabei, das Ersatzpumpenmodul einzubauen.
Nachdem sie zunächst eine halbe Stunde länger als vorgesehen gebraucht hatten, um die Station zu verlassen (Beginn des Außeneinsatzes: 14:44 Uhr MESZ), sind sie inzwischen dem schnell zusammengestellten Arbeitsplan eine gute halbe Stunde voraus. Sie erreichten die Arbeitsstelle am P6 gegen 15:15 Uhr MESZ. Cassidy berichtete, daß bei erster Inaugenscheinnahme kein Ammoniak am Modul selbst mehr zu sehen sei. Auf der Abdeckung konnte er aber eine bräunliche Verfärbung erkennen.
Um 15:32 Uhr begann er mit dem Abschrauben der Schnellschlußkupplungen von den Ammoniakleitungen. Anschließend begann er mit dem Entfernen der Halteschrauben, während Marshburn Photos schoß. Um 16:12 Uhr hatte Cassidy das alte Pumpenmodul herausgezogen.
"Keine Flocken auf den Mechanismen", berichtete Marshburn und Cassidy meinte: "Es sieht überraschend sauber aus", und bemerkte weiter, daß das einzige, was er sehen konnte, etwas Metallabrieb an einem der Schraubenschäfte sei.
Eine Inspektion des Hohlraums, in dem das Pumpenmodul gesteckt hatte, zeigte auch keine Ammoniakflocken.
Nach dem Einbau des neuen Pumpenmoduls und dem Anschließen der Ammoniakleitungen öffnete Cassidy um 17:33 Uhr MESZ die Sperrventile und leitete Ammoniak in die Pumpe. Obwohl der Druck langsam erhöht wurde, berichteten Cassidy und Marshburn, daß sie kein Ammoniak austreten sehen konnten, was mit Erleichterung aufgenommen wurde, da dies bedeuten könnte, daß man die Quelle für die Undichtigkeit tatsächlich entfernt hatte. Als nächstes wollen die Flugleittechniker in der Missionsleitwarte in Houston die Pumpe in Betrieb nehmen, um den Druck im System weiter zu erhöhen.
Die alte Pumpe wird jetzt von Cassidy und Marshburn an der Lagerstelle zwischengelagert, wo zuvor das Ersatzmodul gelagert war.
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Re: Außeneinsatz verläuft gut

Beitragvon ssjredax » Sa 11. Mai 2013, 17:33

Das Missionsleitzentrum hat den Astronauten mitgeteilt, daß sie zwar alle ihre Aufgaben erledigt hätten, ihr Tag aber noch nicht zuende sei. Marshburn und Cassidy sollen sich an eine sichere Position begeben, von der aus sie das Pumpenmodul beobachten können, während die Flugleittechniker die Pumpe hochfahren. Sie sollen dabei schauen, ob erneut Ammoniak austritt.
Zuvor hatten die beiden Astronauten die alte Pumpe zwischengelagert und eine Abdeckung darüber angebracht.
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Re: Außeneinsatz verläuft gut

Beitragvon ssjredax » Sa 11. Mai 2013, 17:50

Der Außeneinsatz dauert jetzt 4 Stunden an.
Raumfahrzeugs-Kommunikations-Astronaut (CAPCOM) Mike Fincke hat den beiden Außenarbeitern mitgeteilt, daß die Flugleittechniker, die für das Wärmeregelungssystem (TCS) verantwortlich sind, die Pumpe auf Betriebsdrehzahl gebracht haben. Dabei wurden ganz bewußt die Systemdrücke überschritten, um die Dichtigkeit des Systems zu testen.
Die Telemetriedaten des Systems ließen keine Anomlitäten erkennen, und auch Cassidy und Marshburn haben bislang keinen Austritt von Ammoniak beobachtet.
Die Chancen sind gut, daß der Pumpenaustausch das Problem behoben hat. Die Flugleittechniker werden die Systemdaten weiter beobachten, um sicherzustellen, daß der erste Eindruck nicht falsch war.
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Re: Außeneinsatz verläuft gut

Beitragvon ssjredax » Sa 11. Mai 2013, 19:07

5:15 Stunden nach Beginn des Außeneinsatzes.
Cassidy und Marshburn sind zurück in der Luftschleuse. Sie hatten zuvor noch draußen ihreWerkzeuge geordnet und eine als "Ausbacken" bezeichnete Prozedur absolviert, bei der sie ihre Raumanzüge rund eine Stunde lang der prallen Sonne ausgesetzt hatten, um sicherzustellen, daß jegliches Ammoniak, daß sich auf ihren Anzügen abgesetzt haben könnte, verdampft ist. Ansonsten bestünde die Gefahr, daß es in die Stationsatmosphäre gerät und sie kontaminiert.
Bislang wurden keine weiteren Anzeichen für eine Leckage am Wärmeregelungssystem des Photovoltaikmoduls P6 entdeckt und die Stationsleitung ist zuversichtlich, daß man das Problem, das plötzlich am Donnerstag aufgetreten war, behoben hat. Auch scheint noch genügend Ammoniak im System zu sein, so daß vorerst kein Auffüllen des Kreislaufs erforderlich ist.
Über näheres wird die Stationsleitung am späten Abend in einer Pressekonferenz berichten. Teilnehmer sind wie gestern Flugdirektor Norm Knight und der Leiter des ISS-Programms bei der NASA Mike Suffredini.
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