Japan startet erfolgreich Frachter HTV-3 zur ISS

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Japan startet erfolgreich Frachter HTV-3 zur ISS

Beitragvon ssjredax » Sa 21. Jul 2012, 08:39

Die japanische Raumfahrtbehörde JAXA hat am frühen Samstagmorgen erfolgreich einen Versorgungsfrachter zur Internationalen Raumstation gestartet.
Das H-II Transferfahrzeug 3 (HTV-3), auch KOUNOTORI 3 (jap. für "weißer Storch") genannt, hob um 4:06:18 Uhr MESZ (11:06 Ortszeit) auf der Spitze einer H-2B-Trägerrakete von der Startrampe des Yoshinobu-Raumfahrtzentrums auf der japanischen Insel Tanegashima ab.
In verregnetem Wetter auf einem Feuerstrahl und einer Säule von Rauch reitend verschwand die Rakete schon bald in einer dichten Wolkendecke, um in südwestliche Richtung in die um 51,6° zum Äquator geneigte Bahnebene der ISS einzuschwenken.
Die japanischen Flugleittechniker bestätigten, daß sich zwei Minuten nach dem Start die ausgebrannten Feststoffstartraketen des Trägers wie geplant von der ersten Stufe abgetrennt hätten. Diese stellte vier Minuten später ihren Betrieb ein und wurde von der zweiten Stufe gefolgt, die das Raumfahrzeug weiter bis in die Umlaufbahn schob.
Nach 15 Minuten ohne Probleme erreichte das HTV seine vorläufige Umlaufbahn mit einem Perigäum (erdnächster Bahnpunkt) von 200 km und einem Apogäum (erdfernster Bahnpunkt) von 300 km Höhe.
Das rund 16 Tonnen schwere Raumfahrzeug soll nun in den nächsten Tagen eine Reihe genau abgestimmter Triebwerkseinsätze ausführen, um schließlich am nächsten Freitag an der ISS anzukommen. Das HTV soll sich der Station bis auf 9 Meter annähern und dort verharren, damit Expedition 32 Flugingenieur Joe Acaba es mit dem Robotarm der Station greifen kann. Anschließend soll der japanische Flugingenieur Akihiko Hoshide die Steuerung des Arms übernehmen und den Frachter an den zur Erde gerichteten Kopplungsport des Knotenmoduls HARMONY manövrieren, wo es angekoppelt werden soll. Die Luken sollen dann am folgenden Tag geöffnet werden.
Das HTV ist 9,6 Meter lang und 4,4 Meter durchmessend. Es wurde entwickelt, um Fracht sowohl in einem Druckbehälter, der über Luken vom Inneren der Station zugänglich ist, als auch in einem Außenbereich zu transportieren.
Für diesen dritten Flug wurde das HTV mit rund 3,5 Tonnen an Fracht im Druckbehälter beladen, darunter ein aquatisches Habitat, fünf kleine "CubeSats" und ein Satellitenstarter, ein katalytischer Reaktor für das Wasseraufbereitungssystem und eine Wasserpumpe. Ebenfalls an Bord: japanisches Essen, Getränke und Kleidung.
Im Hochtechnologieaquarium können kleine Fische bis zu 90 Tage leben.
Die fünf CubeSats und ihr Aussetzmechanismus sollen in der Luftschleuse am hinteren Ende des Labormoduls KIBO plaziert werden. Die Pallette soll dann in den offenen Weltraum ausgefahren werden und der japanische Robotarm, eine kleinere Version des kanadischen Stationsarms, soll dann die Satelliten in die richtige Position für die Freisetzung bringen. Dahinter steht die Idee, die Technologie, die für den Start von kleinen Satelliten von der ISS aus ohne Außeneinsatz benötigt wird, zu perfektionieren.
Das HTV trägt außerdem noch rund 1,1 Tonnen an Fracht in der druckfreien Sektion, darunter experimentelle NASA-Kommunikationsausrüstung und ein Standardbehälter mit Instrumenten und Sensoren, die außerhalb des japanischen Labormoduls auf der Außenplattform angebracht werden sollen. Diese Experimente beinhalten einen optischen und infraroten Spektralabbilder, einen Sensor der Blitze und die rätselhaften "Irrwichte" in der oberen Atmosphäre untersuchen sollen, sowie eine hochauflösende (HD-) Fernsehkamera.
Außerdem sind noch zwei Rekorder an Bord des HTVs, die Daten darüber aufzeichnen sollen, wie das Raumfahrzeug auseinanderbricht, wenn es im September in die Erdatmosphäre wiedereintritt.

Quelle: Spaceflight Now
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